10 Erkenntnisse nach einem Solo-Städtetrip
und wieso es jeder ausprobieren sollte

Quelle: unsplash.com

Vor einigen Wochen verbrachte ich ein verlängertes Wochenende in der Hauptstadt Österreichs: Wien. Das Interessante daran: Ich war alleine. Drei Tage, alleine in einer Grossstadt, zudem war es arschkalt und ein „Ich-chills-de-ganz-Tag-im-Park“ gab es nicht.

Schlussendlich habe ich folgendes daraus gelernt:

1. In meiner jetzigen Lebenslage als 19-jährige werde ich mir zukünftig einen Reisepartner zur Seite nehmen. Mein Andrang erlebte Dinge zu teilen ist zu gross, um stillschweigend alles in mich hineinzufressen. Obwohl ich vielleicht zu der ruhigen Menschenart gehöre, so mag ich es ebenso wenig, tagelang niemanden um mich herum zu haben. Ich liebe Tagesausflüge, mit meiner Kamera als Begleiter, aber Abends, da benötige ich dringenden Austausch.

2. Ich bin nach wie vor zu schüchtern und zu zurückhaltend, um auf fremde Leute zuzugehen und diese nach ihrem Alltag als Wiener zu fragen. Ich würde liebend gerne mich von den Bewohnern der Stadt herumführen lassen, wie auch meine Mutter Anno dunnemals die Gelegenheit erhielt, aber – ach – es geht wohl (noch) nicht.

3. Ich liebe es Menschen zu beobachten. Was zuvor bereits zu meiner Lieblingstätigkeit in Cafés gehörte, wurde mir während diesen Tagen abermals bestätigt. Nirgends lässt es sich besser entspannen, zurücklehnen und Menschen betrachten, als in einer gemütlichen örtlichen Café-Stube mit einem (doppelten) Cappuccino.

Kaffee und Kunst – das Ebenbild der Wiener.

4. Ich beobachtete – wie bereits erwähnt – viel mehr. Ich bemerke die Bettler in der einen Ecke, die spielenden Kinder in der anderen. Das verliebte Pärchen dort drüben und die Gruppe Touristen dort hinten. Ich sehe kleine Schatzgegenstände in verwunschenen Geschäften und erblicke mit dem Sensor meiner Kamera die verrücktesten Motive.

5. Solo-Traveling eignet sich super um Airbnb oder Couchsurfing auszuprobieren. Das sind beides Plattformen, über welche sich Reisende bei Einheimischen für eine Übernachtung melden können. Ehrlich gesagt, war ich extrem nervös, da ich zu dunkler Stunde mein Wochende-Daheim in einem verlassenen Wohnquartier Wiens suchen musste. Danach verlief Begrüssung etc. aber wie am Schnürrchen. Der Vermieter war freundlich, die Stimmung angenehm und bei Fragen hatte ich einen Local, der alle Insider kannte 🙂

6. „Spring über deinen Schatten!“ Das muss man wohl oder übel tun, als Solo-Traveler. Besonders als ruhige Person fällt es einem eventuell doppelt so schwer, Dinge zu tun, als wenn man zu zweit unterwegs ist. Auch peinliche Momente hofft man alleine zu vermeiden. Mein Kopf wird knallrot und das Peinlich-Level steigt auf die 1000 an.

7. Die Sache mit dem Lachen. Ich lache gerne, vergnügt und laut (sorry). Aber alleine in einer Stadt, laut lachend – might be weird. Weshalb ich es wahrscheinlich auch bei diesem Punkt bevorzuge, mit einer anderen Person zu verreisen.

8. Märkte – welche es in Wien an Massen gibt – machen mehr Spass zu zweit. Besonders dann, wenn man umgeben ist von verliebten Pärchen und Freundeskreisen.

Alleine die Weihnachtsmärkte in Wien sind einen Besuch wert.

9. In Zukunft werde ich bei längeren Reisen einen Kurs buchen. Ob Fotografie, Yoga oder Wanderkurs. Es tut gut sich in Gruppen auszutauschen, so lernt man auf die Schnelle auch als eher introvertierte Person neue Menschen kennen.

10. NoHate: Fürs alleine Reisen muss man sich nicht schämen, ich finde es sogar extrem Interessant, diese Seite des Reisens auszuprobieren. Bei einem ersten Versuch wird es sich komisch anfühlen, verständlich, da lohnt es sich bekannte Umgebungen wie „Starbucks“ oder das Restaurant „Vapiano“ aufzusuchen.


Wien ist eine wundervolle Stadt, obwohl genauso touristisch wie viele andere Hauptstädte. Besonders einladend ist das Museumsviertel, das man tagelang erkunden könnte. Ein Traum für Kunst und Kulturliebhaber. Ich verweilte mich tatsächlich mehrere Stunden an einer öffentlichen Bücherschau.

Insgesamt kann alleine Reisen extrem erholsam sein. Ohne das ständige Geplapper einer anderen Person zu hören. Einfach bloss entspannen, der Musik lauschen, die Menschen beobachten und (und jetzt wird es sehr tiefsinnig) zu sich selbst finden. Spass beiseite, alleine reisen sollte jeder der sich dafür interessiert ausprobieren. Und vielleicht passt es, oder eben nicht.

Ich spreche deshalb nur für mich selbst wenn ich sage, dass Solo-Reisen nicht zu 100% meinen Bedürfnissen entspricht.

PS: einen Besuch ist Wien jedoch auf jeden Fall wert. Ob alleine oder mit guter (hoffentlich Kunst interessierter) Begleitung.

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„avec tout mon cœur.“

1 Kommentar
  1. Dalai Lama 6 Monaten ago

    Gehe einmal im Jahr dorthin, wo du noch niemals warst….

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