1968 bis 2018 – Der Wandel von Strassenkämpfen zu Onlineprotesten
Wieso demonstrieren wir weniger?

1968. Dieses Jahr ging als Jahr der Studentenbewegungen und Hippies in die Geschichte ein. Doch was veranlasste die Jugend von damals auf die Strassen zu gehen und wieso ist es in der heutigen Zeit nicht mehr „in“?

Grosse Unzufriedenheit der damaligen Jugend

Zuallererst haben sich die Lebensumstände ziemlich verändert. Es liegen 49 Jahren dazwischen in denen sich die Welt verändert hat. 1968 war ein Jahr des Umbruchs und des neuen Denkens. Nach dem Ende des kalten Krieges sehnten sich die Leute (vorallem die jüngeren) nach Frieden. „Make Love not War!“ war wohl ein angemessener Ausdruck ihrer Meinung. Ebenfalls war der Vietnamkrieg in vollem Gange und somit auch die ersten Proteste dagegen. Auch in Deutschland und mehrern osteuropäischen Ländern fand ein grosses Umdenken statt. Vermehrt linke Parteien gingen auf die Strassen und protestierten gegen die Regierung. Als Vorbild wurde die kubanische Revolution gewählt, in der es geglückt war, die Regierung zu stürzen.

Die Bewegungen unterschieden sich eindeutig, doch eins hatten sie alle gemeinsam; die Meinungsverschiedenheiten wurden nicht zuhause ausgetragen, sondern auf der Strasse, wo jeder entweder mitmachen oder kopfschüttelnd daran vorbeigehen konnte. Die Unzufriedenheit der damaligen Jugend war gross und die öffentlichen Kundgebungen breiteten sich weltweit aus. Sogar in unserer lieben Schweiz fanden Proteste statt, die die „Globuskrawalle“ genannt wurden. Diese Krawalle sind ausgebrochen, weil die Jugendlichen aus Zürich ein autonomes Jugendhaus im Globus-Provisorium einrichten wollten. Natürlich wurde das vom Stadtrat nicht geduldet und mit tatkräftiger Hilfe der Polizei konnten sie sich durchsetzen und die Krawalle beenden.

Social Medias ersetzen öffentliche Proteste

Jetzt aber wieder zurück ins Jahr 2017. Die einzige Demonstration an der ich (ohne es zu wissen) mitprotestiert habe, fand in Deutschland statt. Ich war schätzungsweise 10 Jahre alt und habe gegen die Errichtung eines Endlagers für radioaktiven Abfall protestiert. Aber als wirkungsvolle Demonstration war es wahrscheinlich nicht zu bezeichnen, denn es machten nur etwa 20 Personen mit und wir waren mit Plastiktrommeln und Stickern bewaffnet:).

Heute sind die Social Medias geeignete Plattformen, um die eigene Meinung kund zu tun und zu protestieren. Auf Facebook zum Beispiel existieren Gruppen die über Themen wie Flüchtlinge oder die US-Wahlen diskutieren. Eine eigene Meinung kann man sich heute einfach bilden mit all diesen Informationsquellen, die vorhanden sind. Jetzt heisst es Online Communities anstatt Face-to-Face Diskussionen und es gibt Shitstorms anstatt eine Person öffentlich zu beleidigen. Öffentliche Demonstrationen verlieren an Stellenwert und werden zunehmend online ausgeführt.

 

Beitrag:Lea

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