Das Mysterium um Oak Island…

Quelle: Pixabay.com

1795 macht der blutjunge Holzfäller Daniel McGinnis, auf der winzigen Insel Oak Island die an der Ostküste Kanadas liegt, eine Entdeckung. Was er nicht ahnen kann: Er ist der erste in einer Reihe von unzähligen Schatzsuchern, die auch 200 Jahre später immer noch ihr Glück versuchen.

Ihm fällt, als er gerade mal 16 Jahre alt ist, eine kreisrunde Vertiefung im Boden auf. Als er diese genauer untersucht, findet er darüber einen alten vermoderten Seilstrick, der von einem Ast baumelt. Dies erscheint ihm als sehr seltsam, da die Insel zu diesem Zeitpunkt als unbewohnt galt, deshalb kehrt er kurze Zeit später mit zwei Freunden zurück, die ihm helfen, an der Stelle der Vertiefung zu graben. Sie kommen allerdings nicht sehr weit, da sie auf eine Schieferplatte stossen. Als sie diese herausheben und weiter graben, finden sie eine weitere Schicht die ihnen den Weg versperrt, diesmal ist es allerdings keine Schieferplatte, sondern mehrere Holzstämme, die an den Seiten verankert wurden. Bei ihren weiteren Grabungen bemerken sie, dass alle drei Meter eine solche von Menschenhand geschaffene Holzschicht angelegt ist. Doch nach nur zwei Holzschichten müssen sie aufgeben, da ihnen schlichtweg die notwendigen Mittel fehlen, um weiter zu graben.

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1804, also fast zehn Jahre später, kehren die drei, diesmal mit Hilfsmitteln, allerdings zurück, um ihr Werk zu vollenden. Als sie 12 Meter tief gebohrt haben, finden sie erstmals Spuren von Kokosfasern, die im 17. Jahrhundert gebraucht wurden, um zerbrechliche Schiffswahre zu schützen. Bei 30 Metern in der Tiefe angelangt, stossen sie auf eine weitere Schieferplatte, auf der unverständliche Zeichen eingeritzt sind. Da es aber schon dunkel ist, beschlossen sie, am nächsten Morgen fortzufahren. Doch als die Schatzsucher am folgenden Morgen zurückkehren, müssen sie mit Entsetzen feststellen, dass die Grube sich über Nacht mit Wasser gefüllt hat. Völlig egal, was sie unternehmen, der Wasserspiegel bleibt konstant. Selbst als sie einen zweiten Schacht graben, läuft das Wasser nicht ab sondern der zweite Schacht füllt sich ebenfalls mit Wasser. Schliesslich gehen ihnen die finanziellen Mittel aus und sie müssen enttäuscht aufgeben.

Fast 40 Jahre lang tut sich auf Oak island absolut nichts. Dann beginnt man 1849 erneut zu graben, doch als man 26 Meter tief vorgestossen ist, füllt sich der Schacht erneut mit Wasser. Durch einen Unfall stellt man fest, dass es Salzwasser ist, das mit den Gezeiten auf und ab steigt. Aufgrund dieser Entdeckung beginnt man, den Strand in der Nähe des Lochs genauer zu untersuchen, und kommt zum Schluss, dass beinahe die gesamte Ostküste der Insel künstlich erschaffen wurde. Ausserdem findet man heraus, dass die Grube vermutlich überflutet wurde, als man versehentlich einen von fünf Kanälen, die unter der Insel verlaufen, angebrochen hatte. Die Schatzsucher gehen davon aus, dass die Kanäle mithilfe eines Damms, der das Wasser zurück hielt, gebaut wurden. Also versuchen sie ebenfalls, einen solchen Damm zu bauen, um das Wasser daran zu hindern, erneut in den Schacht zu laufen. Leider aber wird ihr Damm direkt nach der Fertigstellung vom Meer weggespült. Da das Geld für einen zweiten Damm fehlt, versucht man den Kanal zu unterbauen. Dies scheitert allerdings infolge einer Explosion ebenfalls und so muss, nachdem ihnen das Geld ausgeht, auch die zweite Gruppe von Schatzsuchern niedergeschlagen abrücken. Auch bei der Truppe, die 1861 ihr Glück versuchen, läuft es nicht besser. Auch sie müssen, nachdem es eine Kesselexplosion gibt, bei der ein Arbeiter bei lebendigem Leibe gekocht wird und Oak Island sein erstes Todesopfer fordert, infolge von Geldproblemen wieder aufgeben.

Zwei Expeditionen später, die immer noch ohne Erfolg verlaufen sind, stirbt ein weiterer Mann bei Grabungsarbeiten und es wird erstmals vom „Fluch von Oak Island“ gesprochen. 1897 schafft es Frederick Blair, das Wasser abzupumpen, und es gelingt ihm weiter als alle anderen vor ihm zu graben. 50 Meter tief kommt er, aber aufgrund von einer Eisenplatte nicht weiter und so kommt es, dass auch er aufgeben muss. Inzwischen ist Oak Island von etlichen Schächten und Gruben überzogen. Sogar Präsident Roosevelt schickte seine Truppen, um nach dem Schatz, der auf Oak Island vergraben liegen soll, zu suchen. 1960 ertrinken Vater und Sohn der Restall Familie sowie zwei ihrer Arbeiter, nachdem sie durch Gas ohnmächtig geworden sind.

1967 seilt sich Dan Blankenship in die, inzwischen 60 Meter tiefe Grube, die zur Stabilisation fast komplett mit Eisen verkleidet ist, ab. Allerdings stürzt die Grube, während er sich noch darin befindet ein, und er kommt nur ganz knapp mit dem Leben davon. Seit 1795 angefangen worden ist, zu graben, wurden einige Viktorianische Broschen, eine

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spanische Münze aus dem 17. Jahrhundert, und sogar ein Stück Ziegenhaut, auf das mit chinesischer Tusche die Buchstaben VW geschrieben wurden, entdeckt, doch der legendäre Schatz, der auf Oak Island angeblich vergraben sein soll, hat noch keiner bergen können. 2013 wurde sogar erstmals eine Fernsehshow ausgestrahlt, in der die Brüder Rick und Marty Lagina nach dem Schatz suchen und die heute immer noch regelmässig gesendet wird.

In der Geschichte von Oak Island wurde stets wild spekuliert, was dort vergraben sei. Die Einen behaupten, es handle sich um die Verschollenen Schätze des Piraten William Kidd, oder dem Admiral Francis Drake, der im Namen der englischen Krone unterwegs war. Andere wiederum sagen, es seien Manuskripte, die belegen, dass der wahre Urheber der Stücke von Shakespeare gar nicht Shakespeare ist, sondern ein Mann namens Francis Bacon. Und dann gibt es noch diejenigen, welche glauben, auf Oak Island lägen die Schätze der Inkas oder der Templer vergraben.

Doch was auch immer es mit Oak Island auf sich hat, so ist es doch faszinierend, wie viele Menschen sich in der Zeitgeschichte damit befasst haben, das Geheimnis zu lüften, und es doch nicht geschafft haben.

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0 Kommentare
  1. Emil G 2 Monaten ago

    Vielleicht hatten schon die Wikinger einen „Weinkeller“ auf Oak Island. Von daher könnte nicht nur der Wein reif für die Insel gewesen sein, sondern auch die trinkfesten Nordmänner. Sie könnten sprichwörtlich Sauftouren nach „Vineland“ veranstaltet haben. Frei nach dem Motto : Wasser predigen und Wein trinken.

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