Die Stimme der Jugend in der Politik
Engage Kampagne «Verändere die Schweiz»

Quelle: facebook / engage.ch

Da versammelte sich der Bundesrat kurz nach 13:00 im Medienzentrum des Bundes, um über die Schweizer Politik zu diskutieren und zu debattieren. Doch hier geht es nicht um die grossen Bundesräte, nein, sondern um die jungen Menschen, welche knapp eine halbe Stunde vor unserer Exekutive auf den Stühlen im Medienzentrum sassen. Es sind Schüler und Studierende, die die Schweiz mit Vorschlägen und Ideen zu verbessern versuchen.

Die Engage-Kampagne

Das alles war möglich durch die Online-Kampagne «Verändere die Schweiz» von Engage, ein Projekt vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente. Durch diese hatten Jugendliche aus der gesamten Schweiz die Möglichkeit, ihre Vorschläge in die Schweizer Politik einzubringen. So wurden 327 Anliegen den 14 teilnehmenden Politiker und Politikerinnen präsentiert, welche schliesslich 15 Anliegen auswählten. Die Jugendlichen, welche diese Anliegen eingebracht hatten, konnten sich auf ein Treffen mit einem National- oder Ständerat vorbereiten, um sich mit diesen über sein Thema auszutauschen und Überlegungen anzustellen, wie man das Thema am besten in die Politik einbringen könnte.

Quelle: www.engage.ch

Folgende Themen wurden in Bern näher erläutert und ebenso Lösungsvorschläge vorgelegt:

Mehr Vorteile für Elektroautos in Städten

  • Mit seiner Idee, dass die Schweiz wie viele andere Länder Europas sich anpasst und den Elektro-Autofahrern einen Schritt entgegenkommt, traf Sven Egloff (24) auf offene Ohren bei CVP-Nationalrat Marco Romano. Wobei dieser zugibt, dass es nicht so einfach auf kantonaler Ebene ist, sondern man sich eher auf Autobahnen konzentrieren wird, da diese direkt dem Staat unterstehen.

Arbeitslosendarlehen anstelle Arbeitslosengeld

  • Eine Schülergruppe aus dem Gymnasium Burgdorf (alle 16) hat ein neues Konzept ausgearbeitet, um die Arbeitslosensituation zu ändern. So will man mit Hilfe von SVP-Politikerin Diana Gutjahr statt Geld ein Darlehen einbringen, damit Arbeitslose so eher einen Anreiz haben, wieder berufstätig zu werden.

Weniger Foodwaste, mehr Eigenverantwortung

  • Einen ökologischen Schritt will ebenso Nadine Masshard von der SP mit Corina Liebi (23) gehen. Beide wollen Foodwaste minimieren und möchten dafür einerseits ein Verbrauchsdatum etablieren und der Landwirtschaft mit Spenden von Lebensmitteln und den Verkauf von unnormalen Gemüse helfen.

Bessere Berufseinstiegsmöglichkeiten nach der Matur durch Praktikum

  • Mirjam Bütikofer (25) und viele ihrer Freunde mussten feststellen, wie schwer der Berufseinstieg als Maturantin ohne Berufserfahrung ist. Deshalb fordert sie ein obligatorisches Praktikumsjahr für Maturaabsolventen. Damian Müller von der FDP will mit einem Vorstoss sehen, was er erreichen kann, um zu helfen.

Neutralität in der Verfassung verankern

  • Die Schweizer Politik zeichnet vieles aus, etwas ganz Besonderes ist aber die Neutralität, welche seit Jahrzehnten die Schweizer Aussenpolitik begleitet. Nur steht diese so hochgeschätzte Neutralität nicht eindeutig in unserer Bundesverfassung. Lucas Sprecher (24) möchte dies ändern. Mit Lukas Reimann von der SVP hat er den richtigen Unterstützer an seiner Seite.

Entkriminalisierung von Radarwarnungen

  • Lucas Sprecher (24) konnte mit seinem zweiten Vorschlag einen weiteren SVP-Politiker für seine Sache gewinnen. So hilft Christian Imark ihm, die Politiker zu überzeugen, dass es nicht strafbar ist, wenn man andere Leute vor Radarfallen warnt.

Leere Häuser retten / Hausbesetzung

  • Mit einem Alter von 27 Jahren nimmt sich ebenso Fabian Molina einem Projekt an. Ronja Fankhauser (18) möchte sich gegen die steigende Wohnungsmiete und Wohnungsnot wehren. So stehen beide dafür ein, leer stehende Häuser besser zu nutzen, anstatt sie verfallen zu lassen. So ist es ihr Ziel, nicht jeden gleich als Hausbesetzer abzustempeln, solange dieser nicht in leer stehenden Häusern randaliert.
    Quelle: www.engage.ch

Themen, welche bei der Medienkonferenz nicht vorkamen, jedoch unter Engage einsehbar sind und bearbeitet werden:

  • Jugend und Sport: Fabian Meier, 21 / Damian Müller, FDP
  • Logo für Palmöl auf Produktvorderseite: Milo Scheffer, 16 / Lisa Mazzone, Grüne
  • Gleichgeschlechtliche Ehe: Loic Kuhn, 17 / Matthias Reynard, SP
  • Billiger Zug fahren: Livia Wyler, 16 & Michelle Widmer, 16 / Irene Kälin, Grüne
  • Wohnförderung für Leute in Ausbildung: Jana Steiner, 21 / Mattea Meyer, SP
  • Verpackung und Verschwendung in den Supermärkten: Mattia Cuccu, 18 & Yasmine Amorim-Esenli, 19 / Rebecca Ruiz, SP
  • Wahl- und Stimmrecht für alle: Sina Keller, 18 / Cedric Wermuth, SP
  • Zusammenarbeit der Post mit ausländischen Postfirmen fördern: Valerio Paganini, 17 / Philippe Nantermod, FDP

Man merke…

Von der Verfassung, zum Verkehr bis hin zur Hausbesetzung: Die Anliegen sind vielfältig, genauso wie die Jugendlichen, welche sie eingereicht haben.

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