Respekt und Tod – zusammen notwendig
Logan Paul und Robert Oppenheimer.

Quelle: https://unsplash.com/photos/ZC0EbdLC8G0

Mit den Worten «Jetzt bin ich zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten» beschrieb Robert Oppenheimer die Fertigstellung und Zerstörungskraft von «The Gadget», der ersten Atombombe der Welt. Später starben durch die nachfolgenden Atombomben «Little Boy» und «Fat Man» in Japan 216’000 Menschen.

Oppenheimer hatte mit der Fertigstellung der Atombombe wirklich gezeigt, zu welcher Zerstörungskraft der Mensch fähig ist. Zwar wurde auch so ein Weltkrieg endgültig entschieden. Doch wurde der Menschheit eine Waffe gegeben, mit der sich Männern in hohen Positionen gegenseitig drohen können auf einen Button zu drücken. Es bedeutete, die bis dahin gefährlichste Waffe der Menschheit und eine noch grössere Gefahr des Sterbens. Unser Verständnis vom Tod heutzutage hat sich geändert. Ob es, dass eher nicht mehr so geläufige Yolo ist oder ein vor Kurzem stattgefundener YouTube Skandal (siehe nächster Abschnitt), unsere Meinung wie weit wir mit dem Tod gehen hat sich grundsätzlich geändert.

Logan Paul und das Internet

Das Jahr war noch jung, schon gab es den ersten Skandal auf YouTube. Dazu noch einen der durch alle Medien ging. Einer der bedeutendsten amerikanischen YouTuber des letzten Jahres, Logan Paul, hat es geschafft auf die gesamte Plattform YouTube ein schlechtes Bild zu werfen. Während eines Japan Urlaubes hatte sich Paul entschlossen den Aokigahara Wald zu besuchen. Der Wald ist ein von der japanischen Regierung abgesperrtes Gebiet, da er immer wieder benutzt wird, um Selbstmord zu begehen. In Japan ein grosses Problem, da ein viel höherer Leistungsdruck herrscht und vor allem Kinder damit nicht klarkommen. Für Logan Paul schon fast eine Motivation sich in den Wald zu schleichen und das natürlich mit Kamera. Als er schliesslich auf eine Leiche traf, hat er einerseits schön weiter gefilmt und dazu musste Paul natürlich auch noch Faxen und Witze über den Toten machen.

Seinen Fehler eingesehen hatte Logan Paul erst als das Video auf Platz 10 der amerikanischen YouTube-Trends stand und die ganze Welt ihn dort mit der Leiche auf dem Thumbnail sehen konnte. Bisher aber wohl die respektloseste Form mit dem Thema Tod im Internet umzugehen.

Mehr Aufmerksamkeit oder ewige Ruhe

Der Tod ist natürlich nicht wirklich etwas Schönes und doch sollten wir nicht in ständiger Angst vor dem Ende leben. So sollte man schon sein Leben geniessen und nicht sich wegsperren bis der Sensenmann an die Tür klopft. Das grössere Problem ist eher, dass die Vorsicht vor dem Tod und der Respekt davor verloren geht. Doch ist Logan Paul erst der Anfang, nicht das jetzt eine Menge an YouTubern in den Wald rennen um Leichen zu suchen. Ein Wandel ist in der heutigen Gesellschaft mit dem Thema Ableben aber doch zu spüren. Zwar ist Yolo nicht mehr so präsent in Gesprächen wie noch vor 2 Jahren, aber die Message hinter dem Akronym hat sich in die Köpfe vieler verpflanzt.

Ein schönes Beispiel wären da auch die Selfies, natürlich gibt es wunderschöne Selfies und es ist eine wunderbare Möglichkeit einen Moment mit geliebten Personen festzuhalten. Doch dann gibt es wiederum auch die Personen, die sich zum Ziel genommen haben, das gefährlichste Selfie im gesamten Internet zu schiessen. Dafür schwingt man sich dann auf ein Hochhaus, um ein Blick in die Tiefe zu gewähren oder man stellt sich auf ein Gleis, um einen fahrenden Zug drauf zu haben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Neben einen möglichen Adrenalinkick kann man so viel Klicks und Aufmerksamkeit im Internet erhalten. Also eigentlich genau das, was mit grosser Wahrscheinlichkeit Logan Paul auch bekommen wollte.

Das grosse Problem was ich momentan sehe, ist die Anzahl an Menschen die durch solch waghalsigen Aktionen probieren Aufmerksamkeit zu bekommen. Zwar soll jeder wirklich sein Leben in vollen Zügen auskosten, so wie es ihm gefällt. Ob man aber solche Dinge ins Internet stellen muss um die nächste Generation heranzuziehen. Die sich dann beinahe umbringt bei solchen Aktionen oder mit Leichen herumalbert. Dies ist für mich wirklich fragwürdig und so hat uns Robert Oppenheimer mit seiner Erfindung gezeigt, weshalb man Respekt vor dem Tod haben sollte. Was Logan Paul uns gezeigt hat, ist dass man die Respektlosigkeit immer höher treiben kann.

Quelle: https://unsplash.com/photos/u6OnpbMuZAs

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2 Comments
  1. jenny 6 Monaten ago

    sehr guter beitrag, finde es wichtig, dass tize auch darüber berichtet. logan paul hat ein mass an Niveau, dass sich nicht einmal mit dem schlechtesten Witz vergleichen lässt. ^^

  2. Anonymous 6 Monaten ago

    Wow, toll geschrieben Lenny…. du hast grosses Talent
    Melanie

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