Und wie gross ist dein Fussabdruck?
oder: Woher kriegen wir zwei weitere Erdkugeln?

Quelle: unsplash.com

Ich hab die Schuhgrösse 38. Und du? Leider geht es hierbei nicht um den wortwörtlichen Fussabdruck, den man beim laufen hinterlässt. Sondern, um den täglichen Energie- und Ressourcenverbrauch. Das ist somit noch so ein „Ich möchte die Welt retten“ Beitrag, der sich über Missstände der Welt über das roden der Urwälder, die Klimaerwärmung und den grossen Berg an Plastikabfall, den wir täglich produzieren aufregt. Eigentlich bin ich es leid und ich wünschte die Worte würden tatsächlich in den Köpfen der Menschen ankommen, sodass sie es zumindest versuchen. Aber Computerspiele, der tägliche Nervenzusammenbruch, wenn die SBB wieder 8 Minuten Verspätung hat und das Essen bei McDonald sind vermutlich etwas wichtiger.

Zeitgleich sprechen diese Menschen von der „armen“ Welt und Natur, die es zu retten gibt. Sie schliessen sich Themengruppen an, versuchen so gut es geht ein Interesse nach aussen zu vermitteln, aber zu tiefst im Herzen ist das einzig wichtige doch nur der Highscore bei League of Legends zu erlangen.

Keine Angst, nach 15 Minuten kannst du dich gerne weiter diesen Themen widmen, die ich ebenso wie du in meinem Lebensalltag eingebaut habe.

Trotzdem frage ich dich

Wie gross ist dein Fussabdruck?

Würden alle Menschen einen Verbrauch wie ich selbst leben, bräuchten wir laut dem WWF Footprint Rechner knapp 2 Erdkugeln. WWF schreibt dazu: BRAVO! Ich denke – scheisse, woher kriegen wir denn jetzt eine zweite Erdkugel?

Klar, so ganz ohne Verbrauch lässt es sich schlecht leben – denn auch ich liebe die Vorteile des 21. Jahrhunderts, ich konsumiere genauso gerne, möchte in entfernte Länder reisen und mir auch in der Nebensaison ein kulinarisches Highlight gönnen. Trotzdem benötigten wir, mit dem Konsum eines Schweizer Durchschnittsverbrauchers, fast 3 Erdkugeln. Was aber nichts im Vergleich ist zu den USA und den Arabischen Emiraten, die je mehr als 4,5 Erdkugeln bräuchten. Aber Vergleiche sollte man in diesem Zusammenhang bestimmt nicht ziehen, schliesslich sitzen wir alle im gleichen Boot, das unter der Klimaerwärmung und dem Anstieg des CO2 Anteils zu sinken droht.

Der ökologische Fussabdruck

Laut meinem heissgeliebtem Lexikon Wikipedia wird darunter die Fläche an Erde verstanden, die man benötigen würde, um einen Lebensstil dauerhaft zu ermöglichen. Die Definition schliesst Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung, oder zur Bereitstellung von Energie dienen. Hinzu kommt der Platz für die Entsorgung von Müll benötigt wird. Anhand der Liste in Wikipedia Eintrag wird der ökologische Fussabdruck etwas anders aufgeführt als bei WWF. In der Tabelle werden die verfügbaren Land- und Wasserflächen (Biokapazität), den genutzten Land- und Wasserflächen gegenübergestellt, die dazu notwendig sind, den Bedarf eines Menschen zu produzieren. Aufgrund dieser Gegenüberstellung wird das ökologische Defizit oder die vorhandene Reserve aufgeführt.

Katar hatte 2013 mit einem ökologischen Fussabdruck von 12.6 und einer Biokapazität von 1.21 das grösste Defizit. Kanada zeigte damals einen Fussabdruck von 8.76 und eine Kapazität von 16.18, und hatte eine sehr hohe Reserve. Die Schweiz hingegen liegt mit einem ökologischen Fussabdruck von 5.28 zu 1.24 mit einem durchschnittlichen Defizit im Mittelfeld.

Quelle: unsplash.com


Wer am kleinsten ist, gewinnt

Es ist wie ein Spiel – wer den kleinsten Fussabdruck hat gewinnt. Rein theoretisch gesehen. Natürlich sollte jeder zunächst vor seiner eigenen Haustüre reinen Tisch machen, die Zusammenarbeit mit Nachbaren und Organisationen darf trotzdem nicht fehlen.

Nachhaltig Einkaufen

Bio, Fair Trade irgendetwas, dass mit einem positiven Signet beklebt wurde, ist bereits etwas ökologischer als der Rest.

Weitaus besser ist der Einkauf auf dem Wochenmarkt in deiner Nähe oder beim Bauernhof nebenan. Dort findest du vielleicht keine Label, aber da ist zumindest das meiste Saisonal und hat keine grosse Reise zurückgelegt.

Fisch und Fleisch reduzieren (und Chia, Quinoa & Avocado)

Ich mag Fleisch. Und Thunfisch übrigens auch. Trotzdem esse ich nicht jeden Tag ein Steak und wenn man den wöchentlichen Fischbeadarf auf 2-3 Mal reduziert, ist man weitaus besser dran. Ähnliches gilt für alle Superfood Liebhaber. Korn wie Chia und Quinoa, welches aus Südamerika importiert wird, ist genauso umweltschädlich, wie ein Überkonsum an Fleisch. Das gleiche gilt für die (leider echt leckere!!) Avocado.

Reisen mit ÖV und Fahrrad

Liebe SBB, ich gib mir Mühe, also du bitte auch. Manchmal kann pendeln echt ätzend sein, aber für die Erde lohnt es sich doch, oder?

Energie kontrollieren

Wenn es draussen warm ist, muss man nicht heizen, alles herunterkühlen genauso wenig. Tumbler und Geschirrspülmaschine sind Luxus Artikel, an die wir uns gemütlicherweise gewöhnt haben, die den Energieverbrauch jedoch in die Höhe schiessen lassen.

Eine Wäsche lässt sich ebenso gut an der Wäscheleine trocknen und das gemeinsame Abwaschen mit lauter Musik und groovigen Tanzeinlagen macht doppelt so Spass.


Natürlich macht es auf die ganze Welt gesehen keinen grossen Unterschied, wenn jemand alleine seinen Lebensstil umkrempelt. Aber es kann Auswirkungen auf andere haben und so geht eine Lebensweise vielleicht bald wie fallende Dominosteine um die Welt.

Du hast einen Rechtsschreibe-, Sach- oder Layout-Fehler in diesem Beitrag gefunden? Das tut uns leid. Markiere den Fehler mit deiner Maus und klicke Ctrl+Enter.

„avec tout mon cœur.“

0 Kommentare

Was denkst du?

Log in with your credentials

Forgot your details?

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: