Vom Bildschirm auf die Bühne

Quelle: www.bernhard-theater.ch

Social Media kann heutzutage als riesiges Sprungbrett dienen: Wer kreative Ideen hat und mit denen den Nerv der Zeit trifft, hat gute Chancen, sich dadurch eine erfolgreiche Karriere aufzubauen. Anfänglich gab es nur wenige, die den Mut aufbrachten, ihre Ideen im Internet in die Tat umzusetzen- doch die Anzahl Schweizer Social-Media-Stars ist in der letzten Zeit rasant gestiegen. Auf YouTube, Instagram, Facebook: In beinahe jedem sozialen Netzwerk kann man über ihre Videos lachen und nachdenken. Fünf dieser Stars traten letzten Freitag im Bernhardtheater in Zürich unter dem Namen „Stand Upperz and Friends“ auf. Mit viel Witz begleiteten sie das Publikum durch die Show – und waren sympathisch bodenständig.

„Was chömer us eusem Lebe no mache?“

Stefan Büsser, Sven Ivanic, Charles Nguela, Hamza Raya und Gabirano: Das waren die Acts des Abends. Jeder trat mit seiner eigenen Stand-Up-Comedy-Show auf- und jeder glänzte auf seine eigene Art und Weise. Der Theatersaal war ständig von lautem Lachen erfüllt, Menschen von Jung bis Alt erfreuten sich an den Witzen und Geschichten der Stars. Die Idee kam angeblich, als sie alle um sieben Uhr morgens bei Gabiranos Mutter versammelt waren und sich die Frage gestellt haben: „Was chömer us eusem Lebe no mache?“. Richtig, eine Stand-Up-Comedy-Show fehlte noch nach all dem Erfolg im Internet. Nach einer kurzen Rapeinlage konnte die Show kurz nach 20:00 Uhr endlich beginnen!

„70’000 Follower- oder wie de Gabirano säge würd: Jööö.“

Der erste Act ist Stefan Büsser, auch bekannt als „Büsi“. Dieser Name wird vielen bekannt sein: Er moderierte die diesjährigen „Swiss Music Awards“ sowie den Schweizer Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“, hat ein eigenes Radioprogramm beim SRF3 und erreichte durch seine witzigen „Best of Bachelor“ und „Best of Bacholerette“-Videos auf YouTube Kultstatus. Bald wird er mit seiner Show „Masterarbeit“ auf Tour gehen- doch zuvor trat er beim Stand Upperz and Friends auf. Logisch, dass „Der Bachelor“ auch dort nicht unerwähnt blieb, oder wie so schön gesagt wurde: „Alles woni vo Bio weiss, weiss ich vom Bachelor“. Mit Humor erzählte er von seinem Gespräch mit Ex-Bachelor Vujo Gavric  und regte sich über ehemalige Schulfächer auf, von denen er eh kaum mehr etwas wisse. Ganz kurz gab es einen riesigen „Jööö“-Effekt im Saal: Büsser deutete an, dass ein junger Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag machen wollte- leider geschah doch nichts. Ob sich der Mann doch nicht traute oder es einfach nur eine Einleitung für das nächste Comedy-Thema von Büsser war, ist bis jetzt noch unklar. Doch er punktet mit seinem Humor live genau so sehr wie im Internet- und sorgte so für viele Lacher.

„Bitte lerned tanze, suscht denked euri Eltere ihr nehmed Droge!“

Nachdem Stefan Büsser die Bühne verlassen hatte, kam schon der nächste Auftritt. Sven Ivanic begeisterte mit seinen Scherzen über sein Leben: Von seiner Kindheit als „Balkaner mit nordischem Vornamen“, seinem Alltag als Jurist oder misslungenen Flirts im Club. Der Zürcher sorgte dafür, dass das Publikum Tränen lachte. Vor allem seine Geschichte, wie er mal in einem Club Pfefferspray ins Gesicht bekommen hatte und seinen Eltern aus Scham Tage später verklickerte, dass dies an seinem angeblichen Cannabis-Konsum lag, konnte die Menge begeistern. Doch bei seiner Show wurde indirekt ein Thema angesprochen, dass ihm wichtig ist: Die negativen Vorurteile gegenüber Migranten und dadurch ausgelösten Probleme, zum Beispiel bei ihm im Gerichtsaal. Vor allem in der heutigen Zeit ist dies ein schwieriges, aber trotzdem wichtiges Thema, das jeden betrifft. Einen Nerv hat er so bestimmt getroffen- und bleibt den Zuschauern in Erinnerung.

„Mis Mami isch de grösst Fan: Sie schlat die ab, die nöd lached.“

Hamza Raya nahm 2016 bei “ Die grössten Schweizer Talente“ teil. Nach einer schlechten Michael Jackson-Imitation und einer überraschenden Rapeinlage entpuppte er sich dort als Comedy-Talent. Lustig ist er: Es fiel einem schwer, bei seinen Scherzen nicht laut loszulachen. So erzählte er mit viel Witz über kulturelle Unterschiede zwischen Arabern und Schweizer und von seinem albanischen Freund, der im Militär als Erstes nach einer Knarre fragte oder im Ochsner Sport Baseballschläger für Schlägereien kaufte. Seine Leidenschaft sind Sprachen: Sechs spricht er fliessend, vier kann er ein wenig. Das demonstrierte er auch und verglich die verschiedenen Arten von Spanisch, erzählte von seinen Erlebnissen in Brasilien und Marokko und klärte das Publikum über die Sprachen auf, die in Indien gesprochen werden. Kulturelle Aspekte verbunden mit Humor- perfekt, um ehrliche Lacher zu ernten.

„Sächsilüüte isch Voodoo uf kantonale Ebene.“

Das Erste, um das Charles Nguela bat, war, dass das Publikum „Hallelujah“ und „Amen“ rufen sollte, wenn er es sagte. Was am Anfang etwas komisch wirkte, hatte einen Grund: Seine Show beeinhaltete anfänglich viele politische Themen, über die er sich humorvoll nervte. So wurde der US-Präsident Donald Trump auf die Schippe genommen, der schon seit hundert Tagen im Weissen Haus ist (Amen!). Politik und Comedy ist immer kritisch, doch Nguela kriegte es hin, das Publikum zum Lachen zu bringen und trotzdem über ernste Themen aufzuklären. Doch nicht nur während der Show wurde über Trump, Rassismus und Sexismus gesprochen: auch nach der Show war Nguela bereit, über politische Themen zu reden und sorgte damit für viele Sympathiepunkte.  Es ist wichtig, dass man darüber spricht- und wo kann man das besser, als auf einer Bühne mit vielen Leuten im Publikum?

„6i am Morge, du bisch en Neandertaler.“

Der letzte Act war Gabirano aus Bern. Mit circa 156,2 Tausend Follower auf Instagram zählt er zu den grössten Schweizer Internetstars. Auch sonst ist er oftmals der Grösste: Mit seiner Körpergrösse von 2,07 Metern fällt er in der Menge auf. Unter Jugendlichen ist er beliebt, sorgt mit seinen kurzen Insta-Videos für viele Lacher. Auch auf der Bühne konnte er überzeugen. Er spielte oftmals mehrere Rollen: Sich selber und seinen Gesprächspartner. So erzählte er von seinem letzten Coiffeur-Besuch oder betrunkenen Ausgangsstorys. Dies tat er mit so viel Humor und Freude, dass man sich über seinen Auftritt einfach nur freuen konnte.

„Weisch wie spat es isch? – „1?“ – „Es isch siebni am Morge!“ „Was? Isch Ziitumstellig gsi?“

Ihr chönd eus denn a de Bar treffe!“

Nach circa zwei Stunden war die Show leider schon fertig. Doch danach nahmen sich die Stars noch Zeit für Fans, schossen Fotos und redeten mit ihnen. Man kann ganz klar sagen: Es war ein gelungenes Event!

Beitrag von Cynthia

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1 Kommentar
  1. Simon 2 Jahren ago

    Dr Büssi isch eifach en geile hund

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